Kanufahren macht Spaß

Gepäckfahrt Beaume - Ardèche 2006

Obwohl diese Tour eine absolute Spontanaktion war, waren diese zwei (eineinhalb) Tage für mich doch so ziemlich der Höhepunkt der diesjährigen Ardèche-Fahrt, sowohl vom Spaßfaktor als auch von den Kilometern her gesehen. Die Teilnehmer waren: Hannes, Markus, Ali, Robin und ich, geplant war die Strecke vom unserem Campingplatz Arleblanc bis ans Ende der Ardèche-Schlucht, vorbei an Labeaume, der Mündung des Chassezac, dem Pont d’Arc und, wie wir unterwegs merkten, drei Staustufen mit Bootsrutschen und einer mit einem „privaten“ Wildwasserkanal. Insgesamt also ca. 60 Kilometer, auf halber Strecke wollten wir übernachten.

Die Abfahrt war eigentlich für Mittwoch, „So um zwölf, nach dem Markt“ festgelegt, los gings dann glaub ich so gegen vier. Unsere Schiffe waren zwei Canadier, in denen wir sämtliche vorher annektierte Tonnen transportierten, und einem Doppel-Topo, mit dem aber nur einer (Rob) fahren sollte, die zweite Luke war als Stauraum gedacht. Die restliche Ausrüstung bestand aus zwei Zelten, zwei Paletten Bier, einer Tonne voller Baguettes und Merguez, unserer Fahne (im Flaggschiff!) und diversem Krimskrams (feat. Grillrost, Kochtopf, Beil, Handgranaten, Lavendelgummibärchen + Landkarte).




Der erste Teil der Tour – auf der Beaume also - bot nichts besonderes: wenig Wasser, ein paar Hindernisse, schöne Aussicht. Weiter gings dann vorbei an der irgendwie unauffälligen Chassezac-Mündung, darauf folgte das erste Stück mehr oder weniger stehendes Gewässer vor einer Staustufe. Die Bootsrutschen waren alle weniger heftig als sie aussahen, trotzdem haben wir uns gegenseitig unten abgesichert, schon allein wegen den Wurst- und Bierreserven...

Da wir viel zu spät gestartet waren mussten wir schon nach einem Drittel der Strecke übernachten. Wir fanden einen schönen Platz am Ufer, zogen die Boote aus dem Fluss und trugen das Gepäck weiter hoch zu einer Wiese. Dummerweise tauchte dann eine große Pferde- und Eselherde auf, anscheinend wollten wir gerade mitten in deren Gehege unser Lager aufschlagen. Wir verlegten das Camp zurück, näher zum Bach und den Booten, wo wir dann auch unsere Ruhe hatten (die Pferde waren sowieso völlig harmlos). Wolken waren nirgends zu sehen, also wurden keine Zelte aufgebaut sondern schnell Feuer gemacht und gegrillt. Mehr als drei Bier hat an diesem Abend glaub ich keiner geschafft, länger als eins war auch keiner wach, der Tag war definitiv ziemlich ermüdend gewesen. Am nächsten Morgen dauerte es wieder bis wir loskamen: erst mal Feuer wieder anmachen, Kaffee im Kessel drüber kochen, aufwachen, frühstücken, sämtliches Zeug wieder einsammeln und ins Boot packen...



Um zwölf gings dann weiter, erst vorbei an einer Staustufe und dann an einer kleinen gemütlichen Insel die ideal für eine Übernachtung gewesen wäre. Vielleicht klappts ja nächstes Jahr dort. Die zweite Staustufe an diesem Tag war dann die mit dem Wildwasserkanal, den eigentlich gerade jemand schließen wollte. Unsere vollbeladenen Kähne wollte er uns dann aber doch nicht tragen lassen. Da der untere Ausgang des Kanals allerdings aus einer fetten Walze bestand mussten wir eben doch zumindest das Gepäck tragen. Nun ja.

Zwischen halb vier und vier passierten wir den Pont d’Arc, von wo aus es bekanntlich auf den letzten 24 von insgesamt 28 Kilometern keine Ausstiegsmöglichkeit aus der Schlucht mehr gibt. Nach einem Telefonat mit dem Vorstand beschlossen wir weiterzufahren, auch wenn es eigentlich schon viel zu spät war. Mit vollem Tempo, das auf dem allerletzten Stück noch von einem aufziehenden Gewitter beschleunigt wurde, schafften wir es tatsächlich die gesamte Schlucht innerhalb von vier Sunden hinter uns zu bringen. Auch erwähnenswert ist hier noch dass der Rob die gesamte Distanz allein im Doppel-Topo gemeistert hat, auch wenn in seinem Staufach im Endeffekt nur zwei unbenutzte Zelte, unbenutzte Tarps und eineinhalb ungetrunkene Kästen Bier auf Spazierfahrt auftauchten.

Am Ausstieg wurden wir dann recht pünktlich von Maddin und Susi abgeholt, die wohl einigermaßen besorgt waren: am Campingplatz hatte es heftig Gewittert, außerdem darf man offiziell nach sieben oder so nicht mehr auf der Ardèche paddeln.

Aber Hey, so war immerhin auch eine sportliche Komponente dabei, was anderes als die „normale“ Ardèche-Gammlerei (bei aller Liebe...)

Nächstes Jahr wieder, nur für Jugendliche (U21)!!!

David Kaltenbach

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