Kanufahren macht Spaß

Bayon an der Moselle...

ist ein eher verschlafenes Städtchen in Lothringen. Läge der Campingplatz nicht direkt an der Moselle wären wir wohl nicht auf den Gedanken gekommen mal das Gebiet als Ziel einer Paddelfahrt zu wählen.
Eine eher etwas verhaltene Wettervorhersage lockte dennoch ein paarKV-SÜW`ler und die Kanusport A.G. der Realschule Bad Bergzabern über das lange Himmelfahrtwochenende in die uns unbekannte Gegend. Die Sonne brannte… Wasser war genug unterm Boot….die stille Landschaft glitt vorbei.

Der nächste Tag brachte die vorhergesagten dunklen Wolken. Davon lässt sich doch ein zünftiger Paddler nicht abhalten. Also auf nach Charmes, Einsetzort suchen, und dann in die Boote. Laut Flussführer nur 15 km bis Bayon Campingplatz. Das wird doch zu bewältigen sein. Vielleicht kommt die Sonne doch noch raus und man kann eine schöne Pause auf eine Kiesbank mach
en, sich in der Sonne aalen und etwas faul sein.
Aber es kam anders. Es bezog sich zusehends. Leicht fing es an zu tröpfeln. In der Ferne grollte Donner. Weiterfahren, es zieht vorbei war die Devise. Doch die bedrohlichen Wolken taten nicht das was wir hofften.Vorausschauend erhob sich Helmut aus der sitzenden Position seines Kanadiers und ließ den Blick schweifen: "Dort hinten gibt es ein Kieswerk. Wenn ihr mal anhaltet, laufe ich dorthin und schaue nach etwas zum Unterstellen".Gesagt getan…… Bis zu seiner Rückkehr erschien es uns unendlich lang. Dann der Ruf : "Kommt rüber, ich habe etwas gefunden". Schnell Boote am Ufer sichern, durch mannshohes Grünzeug schlängeln und dann standen wir vor einem unverschlossenen Pumpenhäuschen. Und Ruck Zuck standen wir drin, denn in dem Moment fing es so richtig an zu blitzen, donnern, hageln, stürmen. Es war so eng, dass jeder nur einen Stehplatz hatte, aber Hauptsache Dach überm Kopf und daher sicher. Natürlich hört jedes Gewitter auch mal auf. Es wurde wieder heller, der Regen dünner und wir stiegen wieder in die Boote. Das friedliche Wetter dauerte keine halbe Stunde, die Hälfte unserer Paddelstrecke war noch nicht erreicht, da fing es schon wieder an zu donnern und zu blitzen. Erst haben wir ganz mutig die Sekunden zwischen Blitz und Donner gezählt. Dann aber gab es keine andere Lösung. Sofort ans Ufer und im Unterholz Schutz suchen. Soweit man da von Schutz reden kann. Und gemütlich war es auch nicht. Wir sind sehr nass geworden, nässer geht es gar nicht. Das Gewitter hat uns zwar dann verlassen, der Regen jedoch nicht. Und wir hatten noch mehr als die Hälfte der Tour vor uns. Ich brauche nicht zu sagen wie kaputt, müde und hungrig wir am Campingplatz ankamen. Und man kann sich vorstellen wie sehr man eine heiße Dusche schätzt.

Barbara Werner

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